Montag, 2. Mai 2011

"Glossendienstag" - Die Inselstraße: Das Standesamt in altem Glanz (Dieter Jaeger)

Das Standesamt, das eine Zeit lang in die Mühlenstraße ausquartiert worden war, ist wunderbar renoviert an den alten Ort zurückgekehrt.

Die Inselstraße, in bester Wohnlage am Hofgarten, hatte im 19. Jh. viele solcher Prachthäuser. Neben dem heutigen Standesamt stand um 1850 die Villa Nuova, berühmt für die rauschenden Ballnächte der Maler, die hier ihre Sommereinzugs- und Winterauszugsfeste feierten.

Hinter der Inselstraße liegt die Scheibenstraße. Sie war gefährlich: Das Militär hatte dort seine Schießscheiben. Einige Bürger fürchteten um ihr Leben.  Auf eine Klage des Kommerzienrats Schmitz hin,  der am Bein verletzt worden war, stellte die Garnison einen Hauptmann ab, der hinter dem Schießwall die Kugeln zählen musste, die hinüber flogen. Schließlich mussten wegen der vielen Prozesse die Schießstände 1876 in den Aaper Wald verlegt werden.

Ganz früher führte die Inselstraße zur Golzheimer Insel, auf der hoch aufgerichtet bis etwa 1630 der Galgen stand. Alles in allem: eine gefährliche Gegend.

„Trau Dich“, heißt heute einer der Hochzeitsslogans. Ist Heiraten gefährlich?  Wir halten es mit dem Dichterwort: “Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet.“ 


Zum Weiterlesen:
Friedrich Lau „Gemiedene Stätten bei Alt-Düsseldorf“
Düsseldorfer Jb 26, 1913/14

Keine Kommentare:

Kommentar posten