Dienstag, 2. September 2014

Schweini im ESPRIT, Lena in der ARENA



Allmählich kommen die Artisten in den Circus, so, wie es sich Erwin einst erträumt hatte: am 3.9.2014 "Deutschland- Argentinien", die große Fußball-Gala bei der Neuauflage vom WM-Finale.
Als 1925 die erste Arena, das „Rheinstadion“, gebaut wurde, waren gerade die Franzosen abgezogen; Einweihung durch Hindenburg mit Bezug auf „1000 Jahre Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation“. Der unselige Begriff „Tausendjähriges Reich“ waberte in den Köpfen.
Das Rheinstadion (Sportarena und Schwimmstadion) wurde zwischen  Stockumer Höfe und  Fährstelle „Staad“ gesetzt.
Die Stadt hatte schon 1902, lange vor der Eingemeindung, die Stockumer Höfe gekauft. Die Höfe standen in enger Beziehung zu Düsseldorf durch ihren ersten Besitzer Arnold von Tyvern, dem einst die Altstadt gehörte, noch vor den Grafen von Berg.
Das alles ist mittlerweile Geschichte. Es gibt kein Stockum mehr. Alle sechs Höfe (Buscher-, Göres-, Holtes-, Convent-, Pütz--und Brinkmannshof) sind verschwunden. Der Buscherhof lebt weiter in Beckbuschstraße. Der Holteshof war der wichtigste. Es ist der heutige Europaplatz im Messegewühl.
Einige vornehme Wohnsiedlungen stammen aus der Nazi-Zeit: 1937er Ausstellung „Schaffendes Volk“; heute: Dichterviertel, Blumenviertel, Märtyrerviertel. Aus dem Weiler Vogelsang wurde das Vogelviertel neben dem Flughafen: Sperling, Zeisig, Star und Meise, unsere ersten Flieger.

Traumstadion für alle

Das Rheinstadion war unser aller Traum, die ersten Liebesgeschichten, die schönsten aller Frauen auf den berühmten steinernen Stufen. Auch die Messe mit den bombastischen Parkplätzen hatte man 1971 hierher geholt.
1974 wird das Stadion von Tamms umgebaut zur Fußballweltmeisterschaft: Deutschland-Jugoslawien 2:0, Deutschland-Schweden 4:2; dann zum Leichtathletik- Weltcup 1977 und 1988 zur Europameisterschaft: Deutschland-Italien 1:1.
OB Erwin träumte 2001 in dieser Tradition weiter zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 und zur Olympiade 2012. Es kam anders und  für den ganz großen Circus fehlten auch die Artisten.

Aus dem Stadion wird eine Arena

Immerhin 2004: die  Einweihung der neuen Arena durch Fortuna- FC Union Berlin 2:0 und 2008 Fortuna - Werder Bremen II: Sieg für den Einzug in die 2.Liga.
Am Anfang hieß sie LTU-Arena, weil der Sponsor(Luft-Transport-Union) aus Düsseldorf war. 2009 heißt sie ESPRIT, denn aus dem Hippie-Pärchen Susie und Douglas Tomkins, die 1968 in San Franzisco selbstgenähte Kleider verkaufen, wird der Weltkonzern und Sponsor ESPRIT mit Hauptsitzen in Hongkong, Bermuda und Ratingen.
Heute heißt sie einfach ARENA. Hier sangen Bon Jovi, Madonna, die Rolling Stones; und wenn Lena singt, direkt neben dem Staad, tauchen sie vor unseren Augen wieder auf: die uralten Prozessionen, die am Staad übersetzten von Mönchenwerth und Neuss auf dem Weg nach Kaiserswerth, an den sechs Stockumer Höfen vorbei.
Gewiss, es waren andere Gesänge, aber es war Musik: die große Kraft, die Menschen verbinden kann.
Zum Weiterlesen: G. Fischer, Lohausen und Stockum, Düsseldorf 1989
Autor: Dieter Jaeger         Redaktion: Bruno Reble                 © geschichtswerkstatt-duesseldorf.de

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