Sonntag, 29. Mai 2016

Einst Lena in der Arena, jetzt Paul mit Düsseldorf Helau

Schon die Rolling Stones sangen hier, Madonna, Bon Jovi, klarer Fall für Paul McCartney, der die schönsten Lieder der Beatles geschrieben hat. Am 28.Mai 2016 konnte er vor 27.000 begeisterten Fans beweisen, dass er nix verlernt hat.

Wie alles angefangen hat

1902 wurden die verschuldeten sechs „Stockumer Höfe“ von der Stadt Düsseldorf gekauft, um Stockum einzugemeinden. Von den Höfen ist nichts übrig geblieben, außer der Straßenbezeichnung.
1925 (die Franzosen waren gerade weg) wurde das Rheinstadion eingeweiht, aber nicht mit Liedern wie „Give peace a chance“, sondern stramm nationalistisch und säbelrasselnd. Reichspräsident und ex Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg hält die Eröffnungsrede: „1000 Jahre Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation“. Die Nazis, von Hindenburg an die Regierung gebracht, übernehmen den strapazierten Begriff.

Der Stoff aus dem die Träume sind

Das Rheinstadion war für die Älteren ein Traum: die ersten Liebesgeschichten, die attraktivsten Männer, die schönsten Frauen auf der steinernen Terrasse.
1971 Erweiterung um die Messe; dann für die Fußballweltmeisterschaft 1974 Umbau und Erweiterung, 1988 Europameisterschaft Deutschland-Italien 1:1; viel Fußball, aber auch Tennis, Leichtathletik und Konzerte.

Das Stadion geht, die Arena kommt

2002 Abriss und Neubau einer Multifunktions-Arena: 2004 Einweihung mit Fortuna Düsseldorf vs. Hertha BSC 2:0 und 2012 der gleiche Gegner. Diesmal endet die Partie 2:2. In einem skandalumwitterten Relegationsspiel steigt Fortuna in die erste Liga auf, trotz diverser Spielunterbrechungen durch Bengalo-Feuerwerkskörper.
Am Anfang hieß die Sportstätte „LTU-Arena“, wegen Sponsoring durch die benachbarte Luft-Transport-Union. Ab 2009 heißt sie Esprit Arena, weil aus dem Hippiepärchen Susi und Douglas Tomkins, die 1968 in San Franzisco selbst genähte Kleider verkauften, der Weltkonzern und Sponsor ESPRIT wird mit Hauptsitz auf den Bermudas, Hongkong und Ratingen.

Und heute - wenn Paul singt

... dann tauchen sie wieder auf vor meinen Augen, die uralten Prozessionen, die Am Staad übersetzten, von Mönchenwerth und Neuss kommend, auf dem Weg zur Pilgerstätte Kaiserswerth, an den sechs Stockumer Höfen vorbei.
Es waren andere Gesänge, aber es war Musik, die große Kraft, die Menschen verbinden kann.

Autor: Dieter Jaeger    Redaktion: Bruno Reble   © geschichtswerkstatt-duesseldorf.de

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