Nachlese zum Urban Art Festival auf dem KAMPER ACKER
Wer über die
Kölner Landstraße in den Kamper Acker fährt, fühlt sich wie in einer Arena: eine
große freie Fläche, eingerahmt von den Häusern von Holthausen. Das ist ein
idealer Rahmen für Straßenkunst oder Street-Art (wie es im Jargon heißt) und im
August 2017 den Stadtteil belebt. Holthausen braucht so etwas. Die Klagen über
Drogen, Dealer, Prostitution werden immer lauter.
Wer tiefer
gräbt, hört vom Rückhaltebecken für Regen, ein Becken? Ja, so sieht es aus.
Tatsächlich war der "Kamper Acker" einst ein großer See: der
"Lange Weiher". Von Holthausen sprach keiner. Der See wurde zum eingezäunten
Feld, einem "Kamp".
Aber wo zum
Teufel ist das Wasser?
Wo ist der "Lange Weiher"? Einfach verschwunden, versickert? Gibt es so was? Nein, natürlich nicht, wir sind hier nicht im Land der Tropfsteinhöhlen. Der "Lange Weiher" verschwand durch fürstlichen Befehl.
Der Vater Jan
Wellems, Philippe Wilhelm baute 1661 das alte Schloss Benrath als
"Morgengabe" für seine mit 16 Kindern geplagte Ehefrau Elisabeth. 100
Jahre später baute Carl Theodor wieder für eine Ehefrau Elisabeth (sie war von
Lüsten geplagt) das neue Schloss Benrath. Es waren Wasserschlösser. Die Herren
brauchten Wasser, viel Wasser.
Aus der Itter
wurde der im Schweiß der Hand und Spanndienste gebaute kerzengerade Benrather
"Schweißgraben". Die übrige Itter wurde trocken gelegt. Sollen die
Bauern vom Kappeler Hof, von Niederheid, Holthausen, Itter und Himmelgeist doch
sehen, wie sie klarkommen.
So ist es bis
heute geblieben. Die stolze Itter, die all diese Orte hervorgebracht hat, gibt
es nicht mehr. Sie mündete in Itter (wo denn sonst), später in Himmelgeist in
den Rhein. Am Berg von Holthausen staute sie sich zum "Langen
Weiher", der heute "Kamper Acker" heißt.
Kunst am Kamper Acker ?
Ja, und
Erinnerung an einen großen Fluss.
Autor: Dieter
Jäger |
Redaktion: Bruno Reble | © www.geschichtswerkstatt-duesseldorf.de
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